Auszüge aus dem Audio-Tagebuch von Amanda C. McCoy


2. Februar 2079

Hätte nicht gedacht, dass es dieses Ding hier noch gibt. Ist viel passiert. Zuviel.

Ich bin gerade auf einem Dampfer nach Europa. Wahrscheinlich Deutschland. Ist neben Englisch ja die einzige Sprache, die ich beherrsche. Aber fangen wir von vorne an.

Bei uns im Revier trieben sich plötzlich Runner rum. Und die haben sich erkundigt. Nach MIR! Etwas viel Aufmerksamkeit für einen kleinen Ganger. Aber wenn meine Eltern dahinter stecken, müssen die echt verzweifelt sein, wenn sie sogar schon diese Wege gehen. Ich komm doch schon zurück. Irgendwann. Nur halt noch nicht heute.
Naja, einen konnte ich erledigen. Der wusste aber auch nicht, wer ihn engagiert hat. Ein John Smith. Alles klar. Jedenfalls konnte ich dort nicht mehr bleiben. Zumal ich nicht weiß, inwieweit meine Gang noch sicher war. Wer weiß, wie hoch das Kopfgeld auf mich ist. Und nicht jeder in der Gang mag mich.

5. Februar 2079

Kaum bin ich drüben, werd ich auch schon in eine Schießerei verwickelt. Hab dabei einem Rigger aus der Patsche helfen können ... und bei der Gelegenheit auch gleich ein Dach erschnorrt.
Nagut, das hier ist eine ausgebaute Garage. Aber dafür ist sie verdammt groß. Mal schaun, ob der oder besser die Riggerin eine Idee hat, wie man hier am besten an Geld kommt. Ihr Name ist Sonic. Etwas sehr freakig, aber ansonsten wohl ganz nett. Zumindest darf ich kurzzeitig bei ihr pennen.

7. Februar 2079

Sonic ist ein Runner. Also prinzipiell auch einer von den Typen, die ich gerade am Hals habe. Sie meint, sie erledigt ab und an Aufträge für verschiedene Personen. Diese kennt sie im allgemeinen nicht. Das liefe alles über ihren Schieber. Wäre vielleicht eine Idee, da mit einzusteigen. Ist ja nicht so, als ob ich gar keine Grundkenntnisse hätte

27. Juni 2079

Inzwischen kann ich mich wohl offiziell als Runner bezeichnen. Das Ganze ist etwas herausfordernder, als die Handelsgeschäfte meiner alten Gang. Dafür gibts auch mehr Geld. Und man lernt interessante Typen kennen.

4. April 2080

Seattle. Oh du Stadt meiner Alpträume. Ich weiß nicht wieso, aber irgendwie kam ein Trupp Runner auf die Idee, mich in Deutschland zu suchen. Unglaublich, wie hartnäckig sich mein Kopfgeld hält. Aber inzwischen hab ich auch etwas mehr Erfahrung. Ich bin nicht mehr das kleine Mädchen im Abendkleid. Aber auch, wenn sie mich nicht mehr abliefern konnten, so haben sie mich wieder in die Staaten gebracht. Und unglaublicherweise nach Seattle. Was für ein großartiger Zufall. Ich sollte mich erst einmal sehr bedeckt halten und untertauchen. Mal schaun, ob ich unauffällig ein paar Aufträge rankriege. Ich brauche Geld für die Überfahrt..

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