Der neue Opel Wischmop


2006-09-24

„Opel macht die Welt sauberer (..) denn Opel schenkt Ihnen die Mehrwertsteuer.“
Stopp! Irritiert blicke ich von meinem Rechner hoch auf die im Hintergrund laufende Mattscheibe. Natürlich bin ich als TV-Dauernebenkonsument außerirdisch anmutende Werbeslogans gewöhnt. Will mir doch eine kreischige Nervziege schon seit geraumer Zeit weiß machen, dass mein Geiz geil ist (Wusste ich schon immer. Darum kaufe ich bei Saturn nix) oder eine bekannte Biermarke, dass ich mit Biersaufen Wälder vor dem Abholzen bewahre (der Briefkasten wurde immer noch nicht geleert).

Aber dass die Mehrwertsteuer die Umwelt beschmutzt ist jetzt auch mir neu. Natürlich ist das schon so ein Schmutzfleck bei den Preisen oder am Ende des Kassenbons. Aber Leuten, die Autoantennen als Fuchsersatz für den Schweif benutzen, traue ich diese metapherische Glanzleistung nicht zu. Gehen wir also von der Annahme aus, dass die Mehrwertsteuer eine Umweltverschmutzung ist. Dann hat sich Merkel aber ein ganz schönes Ding geleistet. Das wär zu Fischers Zeiten nie passiert. Aber schwarz und rot sind ja bekanntermaßen eh diabolische Farben. Und dass der gute alte Dunkellord nicht gerade ein Greenpeacefan ist, war doch voraussehbar.

Aber vielleicht ist auch eher die Sekundärwirkung gemeint. Zumindest ich bekomme immer das grosse Reihern, wenn ich auf bestimmte Rechnungen sehe. Und das verschmutzt jetzt ja schon die Umwelt. Und natürlich mein Schuhwerk.

Und wie will mir Opel jetzt genau diese Mehrwertsteuer schenken? Kommen die jetzt immer, wenn ich mir das Echo in meiner Geldbörse betrachte, schnell angerannt und drücken mir ein paar Euros in die Pfoten? Vielleicht haben die ja dann auch einen Wischmop dabei und moppern die Umgebung sauber. Das würde dann natürlich einen Sinn ergeben.

Beim nächsten Einkauf achte ich einfach mal darauf, ob da ein Typ mit Bleifuss und Fuchsschwanz an der Antenne angesaust kommt. Denn wir wissen ja alle: „Nur fliegen war schöner.“


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